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Das Entstehen von Hospizinitiativen und –vereinen, von Hausbetreuungseinrichtungen und Palliativstationen an Krankenhäusern ist ein ermutigendes Zeichen für eine umfassende - „ummantelnde“ – das lateinische Wort PALLIUM bedeutet Mantel - Zuwendung zu leidenden Menschen (Patienten), um deren Einsamkeit, Isolation, Depression und Hoffnungslosigkeit zu erleichtern und zu überwinden.

Mehr Patienten zu Hause betreuen: Palliativ-Teams verstärkt

Freitag, 15. Jan 2010

Mehr Patienten zu Hause betreuen: Palliativ-Teams verstärkt

Die drei mobilen Palliativ-Teams, die von den Landesspitälern Klagenfurt und Villach sowie vom KH St. Veit aus tätig sind, werden aufgestockt. Vier Vollzeit-Fachkräfte je Team werden in Zukunft diese wichtige Aufgabe wahrnehmen.

Die Kärntner Gesundheitsplattform hat zusätzliche 210.000 Euro für diese Vorzeigeprojekt, das Univ.Prof. Dr. Rudolf Likar initiiert hat, genehmigt.
Damit soll gewährleistet werden, dass neben den vorwiegend onkologischen Patienten
auch solche Patienten, die an anderen Krankheiten (chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, Herzkrankheiten, neurologische Krankheiten) leiden, versorgt werden.
Die Palliativstationen an den Landeskrankenanstalten Klagenfurt und Villach
sowie am KH St.Veit/Glan registrieren steigende stationäre Aufnahmen und Belagstage.
Diesem Trend sollte durch eine Verlagerung der Patientenbetreuung in den
extramuralen Bereich, sofern aus medizinischen Gründen möglich, entgegen getreten
werden.
Die drei Teams haben unterschiedliche Organisationsformen gewählt, um die Leistungserbringung individuell optimal gewährleisten zu können.
Am LKH Klagenfurt und am KH St.Veit/Glan wird der ärztliche Dienst durch mehrere
MitarbeiterInnen der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin gewährleistet.
Die MitarbeiterInnen des Pflegedienstes sowie der sonstigen Berufsgruppen (Psychologe,
Sozialarbeiter) sind fix dem jeweiligen mobilen Palliativ-Team zugeordnet.
Am LKH Villach stellt das gesamte mobile Palliativ-Team eine autonome, von den
einzelnen Organisationseinheiten des Krankenhauses unabhängige Einheit dar. Das
Personal ist zur Gänze ausschließlich für das Mobile Palliativ-Teams tätig.
Die Dokumentation der Arbeitszeit zeigt, dass alle drei Teams vollständig ausgelastet
sind. Die rechnerisch dargestellte Auslastung der Arbeitzeit ergibt am LKH Villach für
das Jahr 2008 Werte von mehr als 100 Prozent. Um die Patientenbetreuung gewährleisten
zu können, leisten die Mitarbeiterinnen des mobilen Palliativ-Teams regelmäßig
Überstunden. Auch im 1. Halbjahr 2009 beträgt die rechnerische Auslastung
beinahe 100%.
Bei den beiden mobilen Palliativ-Teams in Klagenfurt und in St.Veit/Glan beruht die
Tatsache, dass die rechnerische Auslastung der Mitarbeiter des ärztlichen Dienstes
geringer ist (Klagenfurt: 88,7% für 2008, 76,3% für 2009; St.Veit/Glan: 76,5% für
2008 und 71,7% für 2009), darauf, dass die jeweils Dienst habenden Mitarbeiter in
eine andere Organisationseinheit integriert sind und jeweils für die Dienstleistung im
mobilen Palliativ-Team abgestellt werden. Eine lückenlose Dokumentation sämtlicher
im Zusammenhang mit dem mobilen Palliativ-Teams anfallenden Tätigkeiten (Telefonate,
Administration usw.) kann aus praktischen Gründen nicht immer vollständig
erfolgen.
Insbesondere die Mitarbeiterinnen des Pflegebereichs sind in allen drei Teams voll
ausgelastet.
Die ärztlichen Leiter der drei mobilen Palliativ-Teams erklären einhellig, dass eine Erhöhung
der Patientenfrequenz mit den derzeit zur Verfügung stehenden Ressourcen
nicht mehr möglich ist, wenn die Betreuungsqualität zumindest auf dem derzeitigen
Niveau gehalten werden soll. Eine aktive Bewerbung der Tätigkeit der mobilen Palliativ-
Teams erfolgt zurzeit nicht, um zusätzliche Patienten zu gewinnen.
Die verhältnismäßig geringe Patientenanzahl, die das mobile Palliativ-Team
des LKH Klagenfurt im Vorjahr betreut hat, beruht lt. Aussage von Herrn
Univ.Prof. Dr. Rudolf Likar darauf, dass für diese Personen eine enge Kooperation
mit der am LKH Klagenfurt geführten Schmerzambulanz möglich ist. Patienten, die
eines geringeren Betreuungsaufwandes bedürfen, nehmen die Schmerzambulanz in
Anspruch. Dafür kann sich das mobile Palliativ-Team verstärkt den schwerer erkrankten
und damit betreuungsintensiveren Patienten widmen.

Das Einsatzgebiet des mobilen Palliativ-Teams Klagenfurt konzentriert sich hauptsächlich
auf den Bereich der Stadt Klagenfurt (105), des Weiteren auf die Bezirke
Klagenfurt-Land (14), Wolfsberg (17) und Völkermarkt (24).
Die Patienten des mobilen Palliativ-Teams St.Veit kommen hauptsächlich aus
den Bezirken St.Veit/ und Feldkirchen.
Das Einsatzgebiet des Teams Villach reicht bis ins Möll- und Obere Gailtal.

818 Patienten

Die drei mobilen Palliativ-Teams betreuten im Vorjahr:
LKH Klagenfurt: 168 Patienten
LKH Villach: 303 Patienten
KH St.Veit/Glan: 437 Patienten

im 1. Halbjahr 2009::
LKH Klagenfurt: 114 Patienten
LKH Villach: 179 Patienten
KH St.Veit/Glan: 168 Patienten

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