Palliativ-Care: Die Medizin kann auch dann noch viel tun, „wenn es nichts mehr zu tun gibt“!
Montag, 13. Sep 2004
Die Palliativmedizin ist in Kärnten noch ein junges, kleines Pflänzchen. Momentan existiert eine Palliativstation in St.Veit/Glan mit vier Betten, im Rahmen des ZISOP (Zentrum für interdisziplinäre Schmerztherapie, Onkologie und Palliativmedizin) wird noch heuer im LKH-Klagenfurt eine 14-Betten-Station entstehen.
2005 soll eine Palliativstation im LKH-Villach folgen. Viele Tumorpatienten werden aber auch weiterhin auf den Akutstationen, in Heimen oder zu Hause medizinisch und pflegerisch betreut werden.
Deshalb ist es besonders wichtig, Hausärzte und Pflegepersonal in "Palliativ-Care" zu schulen, um ihnen den Umgang mit Schwerstkranken zu erleichtern, denn Sterben in Würde sollte überall möglich sein.
Fort- und Weiterbildung wird schon seit Jahren über unsere Schmerzambulanz angeboten, in Zukunft plant das Land Kärnten palliativmedizinische Konsiliar-Teams für die Bezirke einzurichten, als Anlaufstelle für Ärzte und Pflegepersonal, aber auch für Patienten oder deren Angehörige, wenn Situationen entstehen, in denen der Patient einen "Mantel" (Pallium) braucht.
Öffentliche Veranstaltungen wie die heutige Pressekonferenz sind wichtig, damit das Thema "Sterben und Tod" kein Tabu bleibt, und als Botschaft an die Gesellschaft, dass die Medizin im Stande ist, noch viel für die Lebensqualität des Schwerkranken zu tun, wenn es "nichts mehr zu tun gibt".
Zur Person:
Dr. Ernst Rupacher ist Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin, Diplom der ÖÄK für Palliativmedizin, seit Jahren Mitarbeiter an der interdisziplinären Schmerzambulanz am Landeskrankenhaus Klagenfurt, Co-Referent für Palliativmedizin und Schmerztherapie in der Ärztekammer für Kärnten, Vorstandsmitglied der
Österreichischen Palliativgesellschaft.
Tel. 0463 538 – 24403, e-mail: ernst.rupacher@lkh-klu.at
